Schwedische Blumenhühner


Geschichtliches zu den
Blumenhühnern

Schwedische Blumenhühner werden
in ihrer Heimat, dem
Süden Schwedens, auch als
"Skånsk blommehöna" bezeichnet,
was übersetzt "Schonische Blumenhühner"
bedeutet, und uns schon verrät,
dass es die historische
Provinz Schonen war,
wo die Rasse in ihrer dunkelsten Stunde,
den letzten  Zufluchtsort fand.
Nur auf wenigen schonischen Höfen,
in den Dörfern Esarp, Tofta und Vomp,
wurden nach dem "Siegeszug"
der Hybridhühner
noch traditionelle Blumenhühner gezüchtet,
als man in den 1970ern
mit der Erhaltungszucht startete.
Die Zuchtorganisation "Svenska Lanthönkluppen"
wurde damals gegründet
und sie machte ihre Sache anscheinend gut,
denn die Rettung der Rasse
sollte mehr als nur gelingen.
Die schönen Blumenhühner bekamen,
dank der Organisation, fortan
viel Aufmerksamkeit in ganz Schweden.
Ende der 90er und Anfang der 2000er-Jahre
wurden sie dann auch in
andere europäische Länder exportiert.
Seit 2010 gibt es Blumenhühner
auch in den USA, wo sie als
"Swedish Flower Hens" eine
gewisse Fanbase haben
und von Jahr zu Jahr
häufiger werden.

Warum sind Blumenhühner
heute so beliebt?

Die "
Skånsk blommehöna" haben
heute also in vielen Ländern
der Welt zahlreiche Fans. 
Gewiss ist das in erster Linie ihrer Schönheit
geschuldet, denn wie die Bezeichnungen
"Blumenhuhn", "blommehöna" und "flower hen"
schon andeuten, sind diese Hühner
stets weiß getupft, bzw. gescheckt
mit ansonsten sehr
variabler Grundfarbe.
"Rebhuhnfarbig", "Gelb", "Rot", "Wildbraun",
"Gold", "Blau" und "Schwarz" können
beispielsweise als Grundfarben,
im Zusammenspiel mit verschiedenen
Zeichnungs-Modifikatioren
auftreten, niemals jedoch ohne
die weißen Tupfen, die auch
hier wieder genetisch die
"Mottled-Scheckung" zur Basis haben.
Die bunten Zeichnungsmuster der
Blumenhühner, sind gut
dafür geeignet, selbst Leute
die vorher noch nie etwas von
Blumenhühnern gehört haben, Ruckzuck
  für sie zu begeistern.
*

Traudi und Sieglinde
Als ich vor einigen Jahren
meine ersten beiden Blumenhühner
"Traudi" und "Sieglinde" von der Züchterin
Doris Marx (siehe unten bei Kontakten)
geschenkt bekam, und die beiden fortan
regelmäßig auf YouTube zeigte, wo sie
zu meinen Co-Moderatoren
bei Happy Huhn wurden,
löste ich damit einen regelrechten
Blumenhühner-Boom aus. Anfangs war es
mir nicht bewusst, aber es dämmerte mir,
als sich plötzlich 50% aller Anfragen
nach Kontakten zu Hühnerzüchtern, nur noch
um Blumenhühner drehten.
Jeder wollte plötzlich
Schwedische Blumenhühner züchten!
Traudi und Sieglinde haben mir
nicht nur gezeigt, dass Blumenhühner
für viele Leute die perfekten
Gartenhühner (ohne "Schnickschnack"
und dafür mit individuellem Aussehen)
darstellen, sondern
sie haben mich auch begreifen lassen,
dass ich die Hühnerhalter im deutschsprachigen
Raum inzwischen stark mit meinem
Tun beeinflusse.
Die beiden Schwedischen Blumenhühner Traudi und Sieglinde bei Happy Huhn mit Robert Höck
Gibt es einen Standard
fürdie Zucht
der Blumenhühner?

Obwohl es so etwas wie einen klassischen
Rassestandard für die Zucht schwedischer
Blumenhühner nicht gibt, denn diese
werden in der Regel nicht auf
Ausstellungen bewertet, möchte ich
dennoch versuchen dem Interessierten auf
dieser Seite wertvolle Tipps für
die Wahl der Zuchttiere mitzugeben.
Auch ohne Standard kann man
Blumenhühner als farbenfrohe Landrasse,
mit gewissen vorgegeben Eigenschaften,
züchterisch verbessern.
Und eines möchte ich
an dieser Stelle noch sagen:
"Ich wünsche mir, dass aus den
Blumenhühnern auch in Zukunft,
nie eine komplett durchgezüchtete
Ausstellungsrasse selektiert wird, mit
reinerbigen Farbschlägen usw...
Damit würde man diese
wertvolle Landrasse vermurksen!"

*

Geschichtliches zum
Aussehen der Blumenhühner

Wie das Steinpiperl aus Österreich,
das Isländische Landnahmehuhn
von der Insel Island, das
Flour d'Amettler-Huhn aus Spanien
und das Proveis-Ultentaler-Huhn aus Italien,
darf auch das Schwedische Blumenhuhn als
wertvolles "Überbleibsel", des einst
weitverbreiteten europäischen Landhuhns
betrachtet werden.
Während man Steinpiperl, Landnahmehühner
und Proveis-Ultentaler,
aber sowohl mit, als auch ohne
weißer Mottled-Scheckung züchtet,
gibt es Blumenhühner ausschließlich mit
dieser, übrigens rezessiven, Erbanlage.
Geschichtlich belegt ist die
Bezeichnung "blommehöna" für
weißgetupfte Hühner in Schweden,
übrigens seit dem 18. Jahrhundert.
Gelbe Läufe bzw Beine beim Schwedischen Blumenhuhn
Blumenhühner haben stets
  gelbe Läufe, während Ultentaler
blaugraue, Steinpiperl fleischfarbene und
Isländische Landnahmehühner
variabel gefärbte Beine haben.
Ansich gab bzw. gibt es vom Blumenhuhn
verschiedene Schläge, die sich in
erster Linie durch das
Körpergewicht unterscheiden.
Mit 2 bis 3kg bei den Hennen
und 2,5 bis 3,5 kg Lebendgewicht
bei den Hähnen, gilt das
Schwedische Blumenhuhn aber dennoch
offiziell als die schwerste
schwedische Hühnerrasse.
*

Selbst in einer größeren Herde
Schwedischer Blumenhühner, treten
nur selten einmal zwei Tiere auf,
die einander exakt gleichen, was die
Farbgebung anbelangt.
Damit das
so bleibt, empfiehlt es sich stets
mit mehr als nur einem Hahn zu züchten.
Macht man das nicht,
setzen sich die farblichen Erbanlagen
vom Zuchthahn in der folgenden
Generation übermäßig stark durch.
*

Warum "Mottled"
genetisch so speziell ist

Das weiße Scheck-Gen "Mottled" sorgt
dafür, dass die Blumenhühner ihr
markantes, weißgeflecktes
"Blumen-Muster" haben, welches
ja auch für die Bezeichnung der
Tiere ausschlaggebend war.
Eine Eigenheit von Mottled,
die vielen Blumenhuhn-Haltern
erst mit der Zeit auffällt, ist das
permanente "Ausschimmeln"
der Tiere.
Nach jeder Mauser wirkt das
Mottled-Gen stärker und so
werden die Blumenhühner immer heller,
je älter sie werden. Beurteilt man
die Qualität von Zuchttieren, muss
man dabei also immer auch
deren Alter berücksichtigen.
Wenn das Gefieder einer vierjährigen
Henne zu 50% aus Weißanteil
besteht, ist sie nicht zwangsläufig
schlecht für die Zucht, weil sie in
ihrem ersten Lebensjahr vermutlich
sehrwohl eine rassetypische
"Blumen-Musterung" hatte.
Wie stark das Ausschimmeln
bei einzelnen Tieren wirkt, möchte ich
Ihnen auf dem nachfolgenden Bild
anhand meiner Blumenhenne "Traudi"
zeigen, die nach ihrer ersten
Legeperiode mehrere Wochen lang
mauserte und anschließend
wie ein völlig neues Huhn aussah.
Auch der Anteil von Blau in ihrem Gefieder
kam durch das Ausschimmeln
noch mehr zur Geltung.

*
 

Die Bedeutung der Farbe
"Blau" bei Blumenhühnern

Bei Blumenhühnern treten im Vergleich zu den
anderen europäischen Landrassen,
wie Proveis-Ultentaler und Steinpiperl,
signifikant viele Tiere
mit Blau- und Grautönen in ihrer
Gefiederfärbung auf. Dadurch ergeben
sich außerordentlich hübsche
Farbkombinationen, die so nur bei
wenigen anderen Hühnerrassen
weltweit bekannt sind. Die rechte Henne
im oberen Bild  würde man bei
einer Ausstellungsrasse
vermutlich als "Isabell-Porzellanfarbig"
einordnen, während die Henne im
unteren Bild genetisch  mit dem
Blau-Weißgescheckten Farbschlag
des Italiener-Huhns vergleichbar ist.
Im folgenden Absatz, möchte ich Ihnen
erklären warum "Blau" in
der Zucht eine besondere
Aufmerksamkeit verlangt.
Auch bei Schwedischen Blumenhühnern!

*

Diese Blumenhenne, mit
schwarzer Grundfarbe,
ist die Tochter einer
Blau-Weißgescheckten Henne
und ein gutes Beispiel dafür,
dass der Nachwuchs
bei den Blumenhühnern, den Elterntieren
farblich nicht gleichen muss.
Das bei den "Blumifans"
so beliebte Blau, steckt wirklich voller
Überraschungen, denn es handelt sich
dabei um eine spalterbige Mischfarbe und
selbst bei blauen Ausstellungsrassen, wie
Andalusiern, oder Jersey Giants,
fallen aus Blau x Blau-Verpaarungen auch
schwarze Tiere und ganz helle, mit
grauen Schlieren, die man
als "splashfarbig" bezeichnet.
Bei Blumenhühnern ist das theoretisch
nicht anders,  weil aber die Tiere weder
einfarbig sind, noch generell eine
einheitliche Grundfärbung haben, kommen
bei ihnen aus  Verpaarungen von Tieren mit
viel Blauanteil die unterschiedlichsten
Farbkombinationen zum Vorschein.
Neben Tieren die sich
vereinfacht als "schwarz-weißgescheckt"
beschreiben lassen, fallen beispielsweise
auch solche, die phänotypisch
"rot-weißgescheckt" erscheinen
und weder blaue noch schwarze Zonen
in ihrer Befiederung aufweisen.
Sie sind quasi das Equivalent zu
den Splash-Tieren und sollten
keinesfalls aus der Zucht
ausgeschlossen werden.
Es sind rassetypische Blumenhühner,
deren Gene wichtig für die Weiterzucht sind,
auch wenn andere Exemplare
auf den Betrachter
natürlich bunter wirken.
Ein solches rot-weißgeschecktes
Blumenhuhn ist auf dem
nachfolgenden 
Foto zu sehen:

Auf den Betrachter wirkt
dieses Blumenhuhn "rot-weißgescheckt".
Tatsächlich wird aber nur ein Teil
seiner Weißfärbung durch das
Scheck-Gen "Mottled" verursacht,
denn hier wirkt auch die Farbe
"Splash", die schwarze und blaue
Gefiederbereiche, zu einem
schmutzigen Weiß ausbleichen lässt.
Das ist gut erkennbar an den
vereinzelten gräulichen Schlieren
in den hellen Bereichen (Hals).
Robert Höcl mit Schwedischem Blumenhahn - Jänner 2019
Rot-weißgescheckte Blumenhähne
werden von den Züchtern nur selten
als Zuchthähne behalten.
Hat man viele Hennen mit
schwarzer Grundfarbe in seinem Bestand,
sorgt so ein rot-weißgescheckter Hahn
jedoch, zuverlässig für
blaubunten Nachwuchs in
allerlei Abwandlungen!

*

 
Hauben, Kämme und Schöpfe
bei Blumenhühnern
 

Die weitaus meisten Blumenhühner

haben einen Einfachkamm,
daneben gibt es aber auch
gar nicht wenige Tiere,
die einen Federschopf
am Hinterkopf tragen,
wodurch aus dem Einfachkamm
ein zusammengedrückt wirkender
S-Kamm wird, wie man ihn beispielsweise
von Sulmtalern, Altsteirern und
Brabanter Bauernhühnern kennt.
Je nach Zuchtlinie kann der Anteil
von Blumehühnern mit Federschopf,
zwischen 10 und 30 Prozent variieren
*
Worauf muss der Züchter
in Bezug auf
Schöpfe achten?

Der Züchter hat darauf zu achten,
dass die beschopften Tiere nicht
überhand nehmen.
Außerdem darf aus dem Federschopf
keine richtige Haube werden,
weshalb Tiere mit zu großen Schöpfen
aus der Zucht auszuschließen sind.
Als Faustregel kann man sagen,
dass die Schöpfe
in ihrer Beschaffenheit jenen
von Sulmtaler-Hühnern gleichen sollen,
bzw. deren Schöpfe nicht in
Größe oder Ausprägung
übertreffen sollen.
Zu den Gründen hierfür, die übrigens
auch ganz im Sinne des
Tierwohls sind, ist folgendes zu sagen:
Je größer die Schöpfe werden,
desto mehr behindern sie das Tier.
Da das Blumenhuhn eine Landrasse ist
und als solche auch erhalten bleiben soll,
muss es auch bei
traditioneller Freilandhaltung
ohne Zaun, selbstständig seine Feinde
wie Greifvögel und Marder
wahrnehmen können.
Ein stark behindertes Gesichtsfeld
steht dem Tier da buchstäblich im Wege!
Die Hennen auf den Fotos
oberhalb und unterhalb dieses Absatzes,
können als gute Beispiele
für die maximal tolerierbare
Ausprägung einer Schopfbildung
beim Schwedischen Blumenhuhn gelten.

*

Naturbrut und Küken bei
Schwedischen Blumenhühnern

Blumenhühner sind, entgegen einer
weitverbreiteten Ansicht, sehr
gute Glucken und Muttertiere.
Als Landrasse kann man
das auch von ihnen erwarten,
obgleich ich nicht
umhin komme festzustellen,
dass viele Blumenhuhn-Linien
sehr gut legen und die Anzahl
an brutwilligen Hennen in solchen Herden
auch tatsächlich enttäuschend gering
ausfallen kann.
Viele Blumenhennen werden außerdem
erst in der zweiten Legeperiode ihres
Lebens zum ersten mal gluckig,
was aber auch für andere Rassen zutrifft.
Ich selbst hatte mit der berühmten
Happy Huhn-Comoderatorin "Traudi"
(Foto oben)
auch schon mal ein Blumenhuhn,
das bereits im ersten
Lebensjahr ein tolles Muttertier abgab
und erfolgreich gesunde Küken großzog.
Der überaus zahme und ruhige Chatakter
vieler Blumenhennen überträgt sich bei Naturbrut
auch auf die Küken.
Wer möchte, kann hier also gezielt
darauf achten, dass stets die ruhigsten
und zutraulichsten
"Anwärterinnen" brüten dürfen.
 

Wie die ausgewachsenen Tiere,
zeigen auch die Blumenhuhn-Küken eine
große farbliche Vielfalt. Dieses Küken dürfte
aber schon mal mit Sicherheit
hübsche Blau-und Rottöne in seinem
späteren Gefieder zeigen.
Blumenhuhn-Küken sind robust
und unempfindlich.
Sie wachsen langsam bis mittelschnell
und sind in der Regel spätreif.
Die Hennen fangen meist mit
einem Alter von 7 Monaten
mit dem Eierlegen an.
Die Hahnenküken lassen sich
mit geübtem Blick, spätestens in
der 3. Lebenswoche von den
Hennenküken unterscheiden,
weil sie schon größere Kämme
und kräftigere Läufe haben
und sich außerdem forscher
und zutraulicher verhalten.
*

Oben: Während das linke Küken
später rot-weißgescheckt
wurde, entwickelte sich das
rechte ausgesprochen bunt
.
Im  Jugendgefieder (Unten)
ist die Farbgebung aber
noch nicht endgültig.

*

7 Wochen ist dieses junge Blumenhenne alt.
Da sie bereits  jetzt
einen sehr großen Federschopf hat,
stellt sich die Frage,
ob man mit dieser Henne später
züchten kann, oder ob es
besser ist, wenn man sie
an Hobbyhalter abgibt.
*


Eier, Legeleistung
und Lebensleistung

In der Regel sind die Eier von
Schwedischen Blumenhühner cremefarben
bis hellbraun.
Obwohl man häufig liest,
dass die Legeleistung mit 150 bis 180
 Eiern im Jahr, eher mittelmäßig sein soll,
haben meine  eigenen Blumenhühner
stets deutlich mehr als 200 Eier
im ersten Jahr gelegt
und sich zudem als sehr gute
Winterleger erwiesen.
Verglichen mit den schwedischen Wintern,
sind die sonnigen Winter hier
in Tirol, aber vermutlich
auch ein Sommerurlaub.
In der 2. Legeperiode legen
Blumenhennen dann tatsächlich
150 bis 180 Eier,
aber selbst
die 3. und 4. Legeperiode
fallen zuweilen noch gut aus,
mit über 100 Eiern von Februar bis Juli.
Daraus ergibt sich, dass
Blumenhühner in den ersten
vier Jahren ihres Lebens
mehr als 600 Eier produzieren können!
Sie sind damit eindeutig die
leistungsstärkste, der sechs
verbliebenen Landrassen Europas.

*

Und wie sieht es
mit den Hähnen aus?

Obwohl bei den Schwedischen Blumenhühnern
auch die Hennen zweifelsfrei
sehr bunt und farbenfroh sind,
muss man auch bei dieser Rasse
ganz klar feststellen, dass die
Hähne diesbezüglich noch
eine Schippe drauflegen.
Mit ihren langen,
schön gebogenen Sichelfedern,
dem feinen Sattelbehang
und den oft übergroßen Kämmen
und Kehllappen, sind sie wahrlich
"auffällige Vögel",  die zum Teil wirken
als wären sie direkt aus Gemälden
historischer Maler herausgesprungen.
Dem Menschen gegenüber
sind die Blumehähne meistens
überraschend zutraulich
und ich kenne einige
Gockel dieser Rasse,
die gerne hochgenommen werden
und ihren Besitzern fast
wie Hunde nachlaufen.
Für den Züchter ist
jedoch sicherlich interessanter,
wie sich die Hähne
untereinander am besten
vergesellschaften lassen.

Da man bei Schwedischen Blumenhühnern
mehr als nur einen Zuchthahn braucht,
wenn man im Sinne der phänotypischen
Variablität der Rasse züchten möchte,
hat es sich bei Züchtern eingebürgert,
mehrere Hähne in der Zuchtgruppe
mitlaufen zu lassen.
Das klappt erstaunlich gut,
wenn das Platzangebot ausreichend groß ist.
Können sich die Hähne in kleinen,
schlecht strukturierten Gehegen
jedoch nicht aus dem Weg gehen,
kämpfen sie zuweilen ähnlich aggressiv
wie die Hähne anderer Rassen.
Alternativ ist es auch möglich
Linienzucht mit mehreren
kleineren Zuchtgruppen zu betreiben,
die jeweils aus einem Hahn
und drei bis fünf Hennen
zusammengestellt werden.
Eine gewisse "genetische Rotation",
erzielt man hierbei
in dem man die Hähne
immer wieder wechselt.


*

Während die rassetypischen, gelben Läufe
der Blumenhühner, bei den Hennen
unter Umständen einen leichten Anflug von
schwarzem Pigment zeigen dürfen,
oder ins Fleischfarbene
gehen können,
ist bei den Zuchthähnen
nach Möglichkeit, darauf zu achten,
dass diese gelbe Läufe haben.
Natürlich kann man bei besonders
guten Tieren aber auch mal
ein Auge zudrücken.
Auch mit zu leichten Hähnen,
unter 2,5kg Gewicht,
sollte man nicht züchten,
denn schließlich sind die Blumenhühner
Schwedens schwerste Hühnerrasse
und sollen dem auch
in Zukunft gerecht werden.
Ein weiteres Ausschlusskriterum
aus der Zucht sollte beim Hahn
eine extrem aggressiver und
kampfeslustiger Charakter sein,
da wie vorhin schon angesprochen,
bei dieser Rasse mit mehreren Hähnen
in der Gruppe gezüchtet wird.

*

 Hahn der Rasse Schwedisches Blumenhuhn, mit Frostschaden am Kamm
Wie viel Kälte vertragen
Blumenhühner wirklich?

Diesem Hahn fehlen die Spitzen
seines Kammes. Er hat einen deutlich
sichtbaren Frostschaden, verursacht durch
extreme Minusgrade im Winter.
Leider verleitet die skandinavische Heimat
der Blumenhühner immer
wieder Neueinsteiger dazu,
Blumenhühner im Winter unter
extrem kalten Bedingungen
zu halten, denn das wäre
ja angeblich rassegerecht.
Hahn der Rasse Schwedisches Blumenhuhn, mit Frostschaden am Kamm
Als Hühnerexperte kann man die
angeblich "bedingungslose Winterhärte"
der Blumenhühner aber
beim besten Willen nur "skeptisch" sehen
und ich möchte diesen weit
verbreiteten Irrtum daher
hier bewusst von einem historischen
Standpunkt aus beleuchten:
Tatsache ist, dass die Hühner früher
in Schweden, so wie auch auf
den Bergbauernhöfen meiner Tiroler Heimat,
meist im warmen Kuhstall, oder
sogar in der "guten alten Stube"
überwintert wurden.
Das bedeutet, dass Blumenhühner
nicht durch jahrhundertelange Selektion
darauf hingezüchtet wurden,
bei "sibirischer Kälte nachts draußen zu überleben!
Auch wenn Blumenhühner tatsächlich
robuster und kältetoleranter sind,
als beispielsweise südeuropäische Hühnerrassen,
sollte man nicht glauben,
dass ihnen Minus 20 Grad
im Hühnerstall gut tun!

Die Blumenhähne haben dafür
beispielsweise viel zu große Kämme,
die bei derartiger Kälte nicht
mehr ausreichend durchblutet werden können.
Fast alle Hühnerrassen haben
mit gewissen Minusgraden
im Stall kein Problem,
jedoch kann man es eben
auch übertreiben!

Bitte stets daran denken:
Alle Hühner stammen ursprünglich
aus Südostasien, wo ihre Vorfahren
in warmen Regionen
noch heute die Wälder
durchstreifen.
Die heimischen Hühnervögel,
wie Auerhühner, Schneehühner
und Haselhühner
zählen innerhalb der Hühnervögel
zu den Rauhfußhühnern
und sind mit dem Haushuhn
nicht sehr nahe verwandt.
Die nordischen Hühnerrassen haben
also auch keine Gene von solchen
heimischen Rauhfußhühnern in ihren
Erbanlagen, wie so mancher
"Geschichtenerzähler" uns gelegentlich
weismachen möchte
(z.B. stammen die russischen
Pawlowskaja-Hühner vermeintlich
von Kreuzungen zwischen
Auerhahn und Haushuhn ab).

*

*

*
KONTAKT ZU ZÜCHTERN:

Nachfolgend, finden Sie Züchter
und Kontaktpersonen rund
um das Schwedische Blumenhuhn
von mir aufgelistet.
Beachten Sie bitte stets,
dass Züchter nicht dazu
verpflichtet sind Zuchttiere,
oder Bruteier an Sie abzugeben.
Insbesondere dann nicht, wenn Sie
keinen Beitrag zur Erhaltungszucht
leisten wollen. Jeder Züchter hat
das Recht selbstständig
zu entscheiden, an wehn er
Tiere oder Bruteier abgiebt
und solche Entscheidungen müssen
im Falle von abgewiesenen Anfragen
auf jeden Fall respektiert werden!

*


Daniela Tobler

Mit derzeit ca. 50 Hennen
und 10 Hähnen, ist Daniela Tobler
wohl im Besitz von einer
der wertvollsten
Blumenhuhn-Populationen
der gesamten Schweiz.
Ihre Tiere zeigen ein
breitgefächertes Farbspektrum
und es sind auch einige Hennen
mit Federschöpfen
in ihren Zuchtgruppen.
Kontakt:
www.toblerspinzgauer.ch


Diese bunten Blumenhühner
gehören der Schweizer
Züchterin Daniela Tobler.


*

Christian Schneider, Österreich
Im Rahmen eines Projektes
der Lebenshilfe-Werkstätte Reutte,
züchtet Christian, in
Zusammenarbeit mit
Menschen mit Behinderung,
verschiedene gefährdete Rassen.
Neben Proveis-Ultentalern, Brabanter
Bauernhühnern, Brakel
Pawlowskaja und
Sulmtalern, hat er jüngst
auch eine Stamm mit
Blumenhühnern aufgebaut.
E-Mail Kontakt:
c.schneider(at)lebenshilfe.tirol
*

Tom, Sachsen-Anhalt
Im schönen Harz züchtet Tom
schwedische Blumenhühner und hat
dabei auch gute Erfahrungen mit
der Naturbrut gemacht.
Eine gute Farbenvielfalt bei 
den Hennen, macht seinen
Stamm, der ständig anwächst,
wertvoll.
E-Mail Kontakt:
tombecks(at)me.com

*

Brita Meinert
Schleswig-Holstein
Brita hat derzeit 3 Zuchtstämme von
den Blumenhühnern, die jeweils
aus einem Hahn und sechs
Hennen bestehen uns sich auf sieben
verschiedene Linien zurückführen lassen.
Ihre Tiere haben viel Auslauf
und werden zum Teil
mit Futter aus eigener
Herstellung versorgt.

E-Mail Kontakt:
brita.meinert(at)web.de